Karriere dank Weiterbildung
«Ich habe viel über mich selbst gelernt»
Marco Fuchs erarbeitete sich sein Wissen in der Logistik zunächst auf praktischem Weg. Mit der Weiterbildung zum Logistikfachmann hat er sich später ein theoretisches Fundament geschaffen. Mit der Weiterbildung zum Supply Chain Manager hat er einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter gemacht und sich unter anderem für Führungsaufgaben qualifiziert.
Auf Festivals sind sie die asiatische Alternative zu Wurst und Pommes: Immer häufiger sind auf Events Food-Stände zu sehen, die die Momo-Teigtaschen verkaufen, die ihren Ursprung in Nepal und Tibet haben. Im Sommer herrscht deshalb Hochbetrieb bei Tenz Momo im zürcherischen Schlieren. Die Produktion frischer Momos läuft dann auf Hochtouren und die Präsenz mit Foodtrucks an den zahlreichen Openair-Veranstaltungen im ganzen Land ist hoch. Das Unternehmen betreibt zudem eigene Restaurants und Take Aways, und beliefert Institutionen wie die Migros oder die Swiss mit ihrer Ware. Den Überblick über die Lagerbestände und darüber, wo welche Menge an Momos hingeliefert werden muss sowie die Koordination der Foodtrucks hat bei Tenz Momo seit ein paar Wochen Marco Fuchs.
Mit einem Team von sechs Mitarbeitenden plant er als Leiter Lager und Logistik die Lagerung und Auslieferung der Momos. «Ich arbeite oft an Schnittstellen, etwa an jener zur Produktion oder zu den Kunden», sagt Fuchs. Die Arbeit mit den frischen Lebensmitteln ist zudem anspruchsvoll, da Hygiene-Regeln und Lagerungsvorschriften im Auge behalten werden müssen. Fuchs: «Es braucht bestimmt Organisationstalent für diese Aufgabe und die Fähigkeit, vernetzt zu denken.» Besonders wichtig ist Fuchs in seiner Führungsrolle die Kommunikation mit seinen Mitarbeitenden. Die ersten Wochen im neuen Betrieb, als die Festival-Saison noch in vollem Gange war, hat Fuchs auch im Betrieb angepackt, Lieferungen parat gemacht und Foodtrucks an ihre Standorte gefahren. «Es war mir wichtig selbst zu erfahren, was mein Team macht und wo allfällige Optimierung angesagt ist.»
Theoretisches Fundament für praktisches Knowhow
Eine gut funktionierende Logistik ist für Marco Fuchs ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg eines jeden Unternehmens. «Wenn die Logistik gut läuft, ist sie sehr unsichtbar. Die Zufriedenheit der Kunden hat einen grossen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.» Funktionierende Lieferketten braucht es immer und in jeder Branche. Das ist, was Fuchs an seinem Beruf so gefällt. Der Quereinsteiger hat das Metier von Grund auf kennengelernt. Nachdem der heute 34-Jährige eine Lehre als Polymechaniker abgebrochen hatte, heuerte er zunächst in der Logistik-Abteilung eines Unternehmens an, das auf den Import und Handel mit Möbeln spezialisiert ist. Die Branche sagte ihm zu und nach drei Jahren wechselte er zu einem Unternehmen, das im Event-Bereich tätig ist. In dieser Zeit entschloss sich Fuchs erstmals, sein praktisches Logistik-Knowhow mit einem theoretischen Fundament zu versehen. 2015 schloss der im Thurgau aufgewachsene Fuchs die Weiterbildung zum Logistikfachmann bei GS1 Bildung ab: «Es war lehrreich für mich die verschiedenen Profile der Logistik kennenzulernen und neues Wissen zu erwerben.»
Als Logistikfachmann arbeitete Fuchs weiterhin bei seinem angestammten Arbeitgeber. Doch mit der Zeit spürte er das Verlangen, sich selbst einen Schritt weiterzubringen. «Nach der ersten Weiterbildung setzte ich viel des Gelernten um, bis zu dem Punkt, an dem ich noch einmal etwas Neues lernen wollte.» Vor zwei Jahren entschied er sich deshalb für eine Weiterbildung zum Supply Chain Manager bei GS1 Bildung. Fuchs wählte die Fachrichtung Unternehmenslogistik: «Inhaltlich erinnert das an die Weiterbildung zum Logistikleiter – das, was ich ursprünglich angestrebt hatte», so Fuchs.
Mit der Neukonzipierung des Weiterbildungsangebots von GS1 Bildung ist es neu möglich, die Weiterbildung zum Supply Chain Manager mit dem Fokus auf eine Fachrichtung zu absolvieren – Unternehmenslogistik oder Digitalisierung. Die Weiterbildung zum Logistikleiter wurde dadurch abgelöst. Am Info-Abend über das Weiterbildungsangebot habe er auch erstmals vom «Blended Learning» gehört, dem neuen Lernkonzept von GS1 Bildung. Dabei erarbeiten sich die Teilnehmenden die Lerninhalte grösstenteils im Selbststudium, mithilfe der virtuellen Lernplattform Konvink. Die Rolle der Dozierenden ist nach dem neuen Konzept viel mehr jene eines Coachs, denn eines Lehrers.
Selbstreflexion als Teil der Weiterbildung
«Blended Learning verlangt viel Selbstmotivation, ist aber auch flexibler», hat Fuchs erfahren. Aus der ersten Weiterbildung kannte er noch die vorherige Unterrichtsform mit einem grösseren Anteil an Präsenzunterricht. «Persönlich mag ich eine gewisse Routine», so Fuchs. Deshalb habe er das Lernen nach dem neuen Konzept anfangs eher auf die leichte Schulter genommen. «Dann merkte ich aber, dass es mehr braucht: Ich musste für mich die richtige Lernmethode finden.» Der Weg zum Erfolg führte bei ihm über selbst geschriebene Zusammenfassungen der Lerninhalte, die er repetierte, bis er sattelfest war. «Ich habe zudem oft Musterprüfungen gelöst und mir selbst Übungsbeispiele zusammengestellt.»
Dieses Vorgehen hat für Marco Fuchs so gut funktioniert, dass er die Prüfung als Bester seines Jahrgangs abschloss. An der Diplomfeier Ende August wurde er dafür mit einem Übernachtungs-Gutschein für ein Hotel in Grindelwald ausgezeichnet. «Da gehe ich mit meiner Partnerin hin. Denn sie hat mich während der Weiterbildung unterstützt und musste in dieser Zeit auch zurückstecken.»
«Ich habe viel über mich selbst gelernt», sagt Fuchs im Rückblick. Ihm sei durch die Weiterbildung bewusster geworden, wie er im Beruf funktioniere, «vor allem im Bereich der Führung. Das hilft mir, im Alltag bei meinen Entscheidungen strategischer vorzugehen». Für diese Aufgaben – die für ihn neu sind – hat er wertvolle Methoden und Tools mitbekommen. Nachdem er sich an das neue Lernkonzept gewöhnt hatte, schätzt Fuchs zudem auch die Mischung aus Präsenzunterricht und Selbststudium als ausgewogen ein. «Mir hat der Austausch in meiner Lerngruppe viel geholfen. Die Dozierenden habe ich zudem als sehr engagiert empfunden. Sie waren da für uns und die Gespräche mit ihnen gingen oft über den Tellerrand ihres eigenen Fachgebiets hinaus.» Der Supply Chain Manager sieht die Weiterbildung in erster Linie als Investition in sich selbst: «Sie hat mich für meine jetzige Stelle qualifiziert.»
Zur Person:
Nach der Weiterbildung zum Logistikfachmann hat sich Marco Fuchs bei GS1 Bildung auch zum Supply Chain Manager weitergebildet.
Marco Fuchs (*1991) ist im Thurgau aufgewachsen. Nachdem er eine Lehre als Polymechaniker abbrach, stieg er 2011 als Lagermitarbeiter in die Logistik-Branche ein und wechselte nach drei Jahren in die Eventlogistik eines Zürcher Unternehmens. Dort war er während rund zehn Jahren tätig und absolvierte 2015 die Weiterbildung zum Logistikfachmann bei GS1 Bildung. Von 2023 bis 2025 bildete sich Fuchs bei GS1 Bildung zum Supply Chain Manager weiter und schloss die Weiterbildung als Jahrgangsbester ab. Seit August 2025 arbeitet der 34-Jährige bei Tenz Momo als Leiter Lager und Logistik in Schlieren. Fuchs lebt mit seiner Partnerin im zürcherischen Dübendorf.
Autor: Julia Konstantinidis
Bildquelle alle Bilder: juk