Ganzheitliche Denkweise gelernt

 

«Ich habe jetzt die richtigen Argumente für meine Kunden»

Der gelernte Konstrukteur Damian Cueni betreut bei der Stöcklin AG in Laufen Intralogistik-Grossprojekte. Mit seinen Kunden sucht er nach Lösungen, wie Arbeits-Prozesse verbessert werden können. Um die Anliegen seiner Auftraggeber noch besser zu verstehen, bildete sich Cueni bei GS1 Bildung zum Supply Chain Manager weiter.

Die Logistik ist schon lange ein bedeutender Teil in Damian Cuenis Berufsleben: Der Baselbieter machte seine Berufslehre zum Konstrukteur vor 17 Jahren bei der Stöcklin Logistik AG in Laufen. Nach der Rekrutenschule, die er im Anschluss an die Berufsausbildung absolvierte, kehrte Cueni zum Lehrbetrieb zurück. 
Das Unternehmen ist spezialisiert auf kundenspezifische Intralogistik-Gesamtlösungen, von der Planung über die Projektierung bis hin zur Lieferung schlüsselfertiger Gesamtsysteme, inklusive umfassender Long-Life-Services.
Cueni erfuhr in diesem inhabergeführten Schweizer Familienunternehmen schon früh, was es braucht, um Prozesse zu optimieren. «Nach dem Militär stieg ich in den Vertrieb ein und übernahm kontinuierlich immer mehr Verantwortung», sagt der heute 32-Jährige. 


Schon in jungen Jahren betreute er Projekte mit einem Volumen zwischen 500'000 bis zu 32 Millionen Franken. «Ich muss die Abläufe jedes individuellen Projekts kennen und lösungsorientiert Probleme angehen. Dafür muss ich eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kunden aufbauen und technische sowie ökonomische Fachkenntnisse haben», beschreibt Cueni die Kompetenzen, die er für seine Arbeit braucht. Dabei muss er sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einlassen können: «Es gibt eine grosse Varianz an Personen, mit denen ich am Tisch sitze. Ich lerne ganz unterschiedliche Firmen und Branchen kennen» erklärt Cueni seine Faszination für seine Tätigkeit. 
 

Besser auf die Kunden eingehen

Seit Anfang 2025 hat Cueni eine Führungsposition inne: Er ist Vertriebsleiter der Projekte in der Deutschschweiz und in Österreich und führt ein Team mit sechs Mitarbeitenden. «Diese Chance hat sich ergeben: Ich konnte mich auf die Stelle meines Vorgängers, der pensioniert wurde, bewerben und habe sie bekommen.» Zu den bisherigen sind Führungsaufgaben hinzugekommen und für Cueni war schon vor dem Stellenantritt klar, dass er sich mit dem Karriereschritt auch fachlich weiterentwickeln wollte. «Ich zog verschiedene Möglichkeiten in Betracht», sagt Cueni, der sich 2021 mit dem Thema einer Fortbildung auseinanderzusetzen begann.

Sich im Bereich Verkauf weiterzubilden, schloss er schnell aus, weil «ein grosser Teil der Lerninhalte aus dem Marketingbereich kommen. Das war mir für meine Arbeit zu wenig praxisbezogen». Weil er ganze Intralogistik-Systeme und Neuanlagen verkauft und dafür immer wieder mit Supply Chain Manager zusammenarbeitet, entschloss er sich für eine Weiterbildung auf diesem Gebiet. «Ich wollte lernen, die Bedürfnisse meiner Kunden noch besser zu verstehen. Mir war es wichtig, eine ganzheitliche Denkweise zu entwickeln und diese auf eine fachlich fundierte Basis stellen zu können», erklärt Cueni. Mit dem Weiterbildungsangebot zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager fand Cueni bei GS1 Bildung das passende Angebot für diesen Plan.

Das Konzept des «Blended Learning» nach dem die Weiterbildung neu aufgebaut ist, sprach Cueni an: Es setzt darauf, dass sich die Teilnehmenden selbstständig auf die Präsenzveranstaltungen vorbereiten. An den Unterrichtstagen wird das erarbeitete Wissen durch Fallbeispiele, Gruppenarbeiten und Betriebsbesuche mit der beruflichen Realität verknüpft und vertieft. «Je nachdem wie viel man zu einem Thema schon mitbringt, muss man im Selbststudium etwas mehr oder weniger Zeit aufwenden», so Cueni. So habe er etwa bei Inhalten zu Finanz-Themen mehr Lernaufwand betrieben, als wenn es um Materialflüsse ging, über die er von Berufs wegen schon gut Bescheid weiss. 
 

Individueller Lernaufwand dank Selbststudium

«Es dauerte eine Weile, bis ich mich an das Konzept gewöhnt hatte, aber retrospektive war die Weiterbildung stimmig: Ich habe mich im Selbststudium gut organisieren können, war aber auch froh um die Präsenztage, wo es die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit anderen Teilnehmenden und Dozierenden gab», sagt Cueni, der im Herbst 2024 sein Diplom als Supply Chain Manager erhielt. Herausfordernd sei, dass in den Gruppenarbeiten oder Fallanalysen die Fächer ineinander übergehen. Cueni: «Es gibt nicht wie bei herkömmlichen Weiterbildungslehrgängen eine Struktur mit den Fächern von A bis Z. Man muss sich bewusst sein, dass man sich einiges selbst erarbeiten muss und man muss Brücken schlagen können, von einem Fach zum anderen.»

Für Cueni, der nebst internen Schulungen seit der Lehre keine grösseren Fortbildungen besucht hat, war die Weiterbildung bei GS1 Bildung ein positives Erlebnis. «In den Prüfungen wurde nicht Theoriewissen abgefragt, sondern Kompetenzen. Obwohl es für mich schwierig abzuschätzen war, wie ich abgeschnitten hatte, war das eine gute Erfahrung», so Cueni. Die Verbindung zum eigenen Berufsfeld habe jederzeit gestimmt. Heute wendet der Supply Chain Manager erlernte Methoden und Analyse-Tools im Alltag an: «Sie helfen mir in der täglichen Praxis die Effizienz und Durchgängigkeit sicherzustellen. Es gibt immer etwas zu verbessern und wirtschaftlicher zu machen.» Ausserdem kann er seine Kunden, die bei ihm eine Lösung für ihre Intralogistik nachfragen, nun noch besser verstehen. «Ich kenne jetzt ihre Denkweise und habe die richtigen Argumente im Gespräch mit meinen Kunden.»
 

Zur Person:

Damian Cueni  Portrait

Mit der Weiterbildung zum Supply Chain Manager hat sich Damian Cueni Fachwissen angeeignet, das er im Gespräch mit seinen Auftraggebern anwenden kann.

Damian Cueni ist 1992 geboren und wuchs in Dittingen/BL auf, wo er auch heute noch lebt. Er absolvierte eine Berufslehre zum Konstrukteur bei der Stöcklin Logistik AG in Laufen. Nach dem anschliessenden Militärdienst kehrte er in den Ausbildungsbetrieb zurück. Er wechselte in den Bereich Vertrieb und übernahm dort verschiedene Aufgaben. Heute ist er Vertriebsleiter Deutschschweiz und Österreich. Vom Frühling 2023 bis im Herbst 2024 absolvierte Cueni bei GS1 Bildung die Weiterbildung zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager. 

Autor: Julia Konstantinidis
Bildquelle alle Bilder: juk